DICK PICS (Performative Objects), 2018/19/

  
  




I make things. Sometimes to prove to myself that I am able to make them the way I imagined them. At other times, I like the work itself: to see how something takes shape, takes time, needs strength and energy and care. It can be an exercise in itself, symbolic for my abilities to figure something out, to learn, get better.
It's always gendered work: I'm running against the odds I was raised upon. Surrounded by inconsistencies, these objects are my neuroses and pains and relate my inner doubts to worldliness.
I like to touch real things, and hiding them (wooden, hand-carved structures) under a velvet layer is showing off but being easy at once. I can never not relate to male and female artists before me, and I dedicate my objects to some exquisite ones among them. (A.L.)










STAIRS, 2018_19



stairs, version 1 (of 3), wardrobe doors from omahaus, 2018
stairs, version 2 (of 3), wardrobe doors from omahaus, re-arranged, 2019








white cube & black mediterranean. Kunst und ihre Räume auf der manifesta 12, 2018



In der Bibliothek der manifesta12, die sich im Teatro Garibaldi befindet, das unter anderem als Festivalzentrale fungiert, erregt zum Ende meiner manifesta Reise ein Buch meine Aufmerksamkeit, und in diesem Buch (Contemporary Art Theory) wiederum ein essay: The return of the White Cube, geschrieben 2003 von Igor Zabel. Die Tage zuvor war ich zusehends faszinierter geworden davon, wie hier in Palermo Orte und Räume, die für die Kunst appropriiert worden waren, im Zeigen von Kunst Geschichte, Gesellschaft und Gegenwart verbinden; wie eindringlich (die Sommerhitze ist dabei wahrscheinlich von Bedeutung) in diesen Räumen, die mein Körper sich erwandert, Visuelles sinnlich wird; wie beiläufig sich in so besonderen Umgebungen ästhetische Erfahrung und Erkenntnisgewinn in ein Glücksgefühl verwandeln können. Nun bin ich verwundert, dass in dieser unglaublich perfekten Ausstellungsgegebenheit der Begriff des white cube an meine Bewusstseinsoberfläche dringt.  Igor Zabel (er ist 2005 verstorben) war in den Gründungsjahren der manifesta beteiligt an deren Journal, das den theoriebildenden Hintergrund verhandelt, und wo gesellschaftspolitisches Denken und Ausstellungspraxis gefestigt wurden. Die manifesta war von Beginn an darauf ausgerichtet, Kunst in der Gesellschaft zu verankern, sie zu reflektieren und mittels künstlerischer Praxis Zukunstsstrategien zu entwickeln. Entstanden nach dem Zusammenbruch der Grenzen zwischen Ost und West, wurde sie nomadisch angelegt, um an den Brennpunkten gesellschaftlicher Entwicklungen in Europa präsent und aktiv sein zu können. Der white cube ist noch immer die Norm, auf die sich jedes Ausstellungmachen bezieht. Auch wenn er seit den 1960ern kritisch hinterfragt und ihm vor allem seit den 80ern mit neuen Strategien begegnet wurde (Relational Art, Institutional Critique), ist er selbst in dieser kritischen Praxis der Ausgangspunkt. Der white cube stellte mit Beginn der Moderne (und mit Hilfe der Avantgarde) das Setting zur Verfügung, mit dessen Modi ich mich als Besucher-in der Kunst vollkommen zur Verfügung stellen kann (er reduziert den Raum, und mich darin, aufs wesentliche, ermöglicht es mir, die Kunst in einem Zustand wahrzunehmen, der losgelöst von sozialen, kulturellen, gegenderten Besonderheiten ist, und der die Probleme des realen Lebens ausblenden will). Er ermöglicht eine transzendente Erfahrung in der Begegnung mit Kunst. Das Kunsterleben im white cube war (und ist) eine Praxis des modernen Individuums. Alte Machtstrukturen scheinen seit deren Anfängen obsolet (Kirche und Aristokratie waren nun nicht mehr zuständig für die Auswahl und das Zeigen von Kunst); der Künstler (ich verwende bewusst die männliche Form), der das Ausstellen als Teil der Avantgarde selbst in die Hand genommen hatte, war nun emanzipiert und der formal-abstrakte, quasi-spirituelle Moment dieser Erfahrung verbarg lange Zeit die neuen Machtstrukturen, die im verborgenen umso stärker vorhanden waren. Kunstbetrachtung als rein formal-abstrakte Angelegenheit hat sich lange überholt, es ist selbstverständlich, dass kunst politisch ist und sein will, und in der Gegenwart verankert. Als Besucher-innen von Biennalen sind wir es gewöhnt, der Kunst an ungewöhnlichsten Orten, mitten im Trubel der Stadt (hier in Palermo z.B. dem Videomobil der Gruppe MASBEDO) oder an den äußersten Rändern zu begegnen (auf dieser manifesta muss ich Stunden wandern, um zur künstlerischen Intervention von rotor am Pizzo Stella zu gelangen). Dennoch wird Kunst hier immer noch auch in Ausstellungsräumen präsentiert. Wie inspiriert ich diese Räume erschließe, welche Narrative sich darin manifestieren, und wie ich mich in diesen neuen Erkenntnissen erfahre, das ist besonders, das habe ich in dieser Heftigkeit noch nicht erlebt. Es ist also das Eintreten der bestmöglichsten Präsentation von Kunst, die mich dazu bringt, die Möglichkeiten des Display noch einmal zu hinterfragen.
.....







Learning from Athens: gestures of multi touch, 2017

We are working with artists who are acutely aware of and concerned about our situation today, so their work is a response to this condition, though it doesn’t always necessarily take the form of an overt political statement. A work is an extension of the conditions of life, not their illustration.(1)

From the beginning, documenta 14 was a political statement, starting with the announcement of not only taking place in Kassel, but in Athens as well. Immediately, the contemporary hegemonic art discourse’s binary codes lay open all about: in our heads, in conversations and ideas, and nothing could be thought about, criticized and liked that didn’t refer to those codes.
Since the first documenta – 1955, in post war Germany, on the most eastern border of the German West – politics were more or less inherent in almost all editions (a direction getting more intense with Catherine David’s documenta 10), but now it’s being argued like never before: if, and to what extent art can (is supposed to, or must) be political; and in my opinion, the question is now finally becoming obsolete. Quite on the opposite, no art can now be not political, and there is the extremely exciting hope that a revolution within the Artworld has started to take place, which leaves the market and ‘art as a commodity’ dull and tedious, and is replaced by art as a form of social practice, generating agency with the potential to enhance many lives.
The most important question is, how can the so-called West get rid of its self-certainty and not be trapped in re-colonializating practices? Numerous discussions throughout all social media, since documenta opened in Athens, have shown that this will not happen soon, thus, some questions arise: Is it ever going to happen? What effort does it need to take place - what forms of de-privileging could actually function?
.....

continue reading at Entkunstung magazine








multi touch gestures: books, 2015

Von verteidiger-innen des buchs als objekt wird immer wieder die haptik ins spiel gebracht. wie schön es sei ein buch in der hand zu halten, das hard- oder soft cover zu spüren während sich der geist irgendwo weit weg der materiellen gegenwart befindet. die seiten umblättern, ein blatt zum merken falten, mit schlechtem gewissenan die ränder kritzeln... das handwerkliche ist mir deswegen so wichtig weil ich, wenn meine hände material angreifen und daraus etwas formen (mit dem material oder gegen widerstände), besser denken kann. das berühren fokussiert. 
der einwand der überfülle der dinge, die uns ohnehin schon umgeben und belasten (nicht nur die umwelt wie immer klarer wird, sondern auch, wie manche  meinen, geist und seele), taugt hier nicht. Im bewussten berühren, erspüren, handhaben lernen trainiere ich mich, mit den dingen und den materialien sorgsam umzugehen. Es wird klar: die herstellung hat einen wert (den wert der zeit, den wert des ursprungs). Wenn ich achtsam bin, ordnen sich die dinge, sie bekommen einen hauch von seele, machen sinn. Das berühren (touching) im prozess des herstellens ist dann ähnlich dem prozess des lesens (lesen im übertragenen sinn). Ich berühre die bücher, die gedanken berühren uns, über die objekte berühren wir einander

 




die ewigen jagdgründe of Minimal Art, since 2015

In 2015, reflecting on my work 2 cubes that I had made 22 years earlier, I started to research women artists in minimalism. I presented what I had found so far in the exhibition die ewigen jagdgründe of Minimal Art at school, Vienna: 
-a research blog that combined notes about and quotes by the artists, photos of specific works, and my own thoughts on their (as well as my own) artistic process - personal doubts, social obstacles and artistic hassles included.
-the photos of objects that reflected the works of those women formally 
-my own sculpture 2 cubes from 1993

I never stopped reading and learning about ever more women who worked in a minimalist manner then and, sometimes, still do. I came across an essay by art critic Anna Chave (Minimalism and the Rhetoric of Power, written in 1990) where she suggested that most Minimalist work could be seen as a celebration of masculinity, control and power. It was, she claimed, all prefabricated, cool, heavy building materials, technology and industrial precision, coupled with a dubious aesthetic of aggression.

I'm using these thoughts on a specific art form in a specific time as a starting point about more recent notions on what is masculinity and femininity, and while from there trying to uncover sexism, racism, classism and all issues of othering in their most hidden forms, I'm trying to cope with the trouble of the everyday.










Wearing Skirts, 2000

"Lord," she thought, when she had recovered from her start, stretching herself out at length under her awning, "this is a pleasant, lazy way of life, to be sure. "But," she thought, giving her legs a kick, "these skirts are plaguey to have about one's heels. Yet the stuff (flowered paduasoy) is the loveliest in the world. Never have I seen my own skin (here she laid her hand on her knee) look to such an advantage as now. Could I, however, leap overboard and swim in clothes like these? No! Therefore, I should have to trust to the protection of a blue-jacket. Do I object to that? Now do I?" she wondered, here encountering the first knot in the smooth skein of her argument. (from Virginia Woolf, Orlando)







Filmic Self Portraits, 1998-2000

  
Working/walking (super 8 / video), 2000
Wearing skirts  (super 8 / video),  1999
Wearing hats (super 8 / video), 1998